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Informatik
und Bildung

Beginnen wir bei der Bildung.

Immer früher kommen Kinder mit Technik in Kontakt. Kinder von der Informatik zu begeistern, aber auch sich für die Rahmenbedingungen einzusetzen, damit bereits früh ein fundiertes Verständnis digitaler Technologien geschaffen wird, ist ein Kern unserer Vereinsarbeit. Denn ein kritisches Hinterfragen technischer Funktionsweisen muss bereits in der Schule etabliert werden, damit Kinder digitale Technologien nicht nur konsumieren, sondern die Zukunft mündig mitgestalten können.

„Informatik ist so viel mehr als Programmieren”

Mit einem neuen Promotionskolleg will die Carl-Zeiss-Stiftung die Informatikdidaktik in Deutschland voranbringen. Wie es zu diesem Schritt kam und warum junge Menschen heute andere Kompetenzen brauchen, erklärt Dr. Felix Streiter, Geschäftsführer der Stiftung

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Ein Biber für alle

Der Informatik-Biber bringt Kindern und Jugendlichen Informatik näher, unabhängig von Vorkenntnissen oder besonderem Unterstützungsbedarf. Im Mittelpunkt stehen logisches Denken, genaues Hinschauen und Knobeln statt Programmieren. 2025 nahmen 580.960 Kinder und Jugendliche teil: ein neuer Rekord und sieben Prozent mehr als im Vorjahr. 

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Bildungsprojekte, an denen die GI beteiligt ist:

Der Climate Data Entrepreneurial Club bringt jungen Menschen die Arbeit mit Satellitendaten näher: 
cdec.io

Werde Informatiklehrerin! entwickelt Lösungen, um den Einstieg ins Informatiklehramt zu erleichtern: 
informatiklehrerin.gi.de

Der Informatik-Monitor schafft einen aktuellen Überblick zum Stand der informatischen Bildung in Deutschland:
informatik-monitor.de 

Die BYTE CHALLENGE bietet gamifiziertes Lernen und vielseitige Kurse für alle Schulformen: 
byte-challenge.de

ComeThinkAgain entwickelt ein gemeinsames europäisches und sektorenübergreifendes Ausbildungs- und Zertifizierungssystem für die Kompetenzen des 21. Jahrhunderts: 
comethinkagain.eu

Die Bundesweiten Informatikwettbewerbe haben zum Ziel, bei jungen Menschen das Interesse an Informatik und am Programmieren zu wecken.
bwinf.de 

Ein Fachausschuss im Fokus

Der Fachausschuss Informatische Bildung in Schulen (FA IBS) gehört dem Fachbereich Informatik und Ausbildung / Didaktik der Informatik (FB IAD) an. Die Arbeit des FA IBS wird durch die Aktivitäten der ihm angehörenden Fachgruppen getragen. Aber was läuft da eigentlich alles? Ein Mitglied gibt einen Überblick.

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Warum Hochschulen wichtig sind: Ein Impuls von Martin Wolf

Informatische Bildung in der Grundschule

Der Informatik-Monitor Junior der Gesellschaft für Informatik zeigt: Informatische Bildung ist nur lückenhaft in deutschen Grundschullehrplänen verankert. In lediglich neun Bundesländer gibt es verbindliche Bezüge zu informatischen Kompetenzen. Von insgesamt 208 untersuchten curricularen Dokumenten enthielten 38 informatikbezogene Kompetenzen und Inhalte – meist im Sachunterricht und in Technik/Werken, wobei Algorithmen und Programmierung den Schwerpunkt bilden. Die Studienautor*innen empfehlen, informatische Kompetenzen begrifflich auszudifferenzieren, gezielt in Lehrpläne von Ankerfächern wie Mathematik zu integrieren und Grundschullehrkräfte entsprechend zu qualifizieren. (Das Projekt wurde durch die Klaus-Tschira-Stiftung gefördert.)

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Ready for Tape-Out!

Chipdesign selbst in die Hand nehmen: Das ist die Idee hinter DI-OCDCpro. Kernstück des Projekts ist die LAYR Open Chip Challenge, ein Wettbewerb, bei dem Studierende eigene Chips entwerfen, die dann auch tatsächlich produziert werden. Ende März dieses Jahres war es so weit, die Teams haben ihre Designs zum Tape-Out eingereicht.  Auch die LAYR-Jury, besetzt mit Expert*innen aus Wissenschaft und Industrie, kam zur ersten Sitzung zusammen, um die erste Bewertungsrunde vorzubereiten. Die endgültige Entscheidung des Sieger*innen-Designs fällt allerdings erst nach den Abschlusspräsentationen bei den LAYR FINALS in Berlin im März 2027.

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„Informatik ist so viel mehr als Programmieren“

Mit einem neuen Promotionskolleg will die Carl-Zeiss-Stiftung die Informatikdidaktik in Deutschland voranbringen. Wie es zu diesem Schritt kam und warum junge Menschen heute andere Kompetenzen brauchen, erklärt Dr. Felix Streiter, Geschäftsführer der Stiftung.

Interview: Alexandra Resch

Wieso macht sich die Carl-Zeiss-Stiftung für Informatikdidaktik stark?

Informatik prägt heute nahezu alle Lebensbereiche – von der Arbeitswelt über die Wissenschaft bis hin zu demokratischer Teilhabe. Wer digitale Technologien verstehen und mitgestalten möchte, braucht mehr als Anwendungswissen. Deshalb sehen wir Informatikbildung als eine zentrale Zukunftsaufgabe. Gute Informatikdidaktik schafft die Grundlage dafür, dass Lehrkräfte junge Menschen für informatisches Denken begeistern und ihnen Orientierung in einer zunehmend digitalen Welt geben können. Mit unserem Engagement möchten wir die wissenschaftlichen Grundlagen dafür stärken und die Ausbildung künftiger Informatiklehrkräfte nachhaltig weiterentwickeln.

Welche Herausforderung sehen Sie dabei?

Um Deutschland gut für die Zukunft aufzustellen, benötigen unsere Schulen zügig mehrere Tausend zusätzliche Informatiklehrer*innen. Dieser Bedarf wird zurzeit noch nicht mal ansatzweise gedeckt: An den Hochschulen absolvieren nur rund 500 Personen jährlich das Lehramtsstudium Informatik. Außerdem gibt es zu wenig Professor*innen und Dozent*innen, die weitere Informatiklehrkräfte für ausbilden könnten. Hier wollen wir als Carl-Zeiss-Stiftung Abhilfe schaffen: durch Deutschlands erstes Promotionskolleg für Informatikdidaktik, in dem die Dozent*innen und Professor*innen der Zukunft ausgebildet werden. Außerdem finanzieren wir schon seit mehreren Jahren fünf Stiftungsprofessuren für Informatikdidaktik und die Studie „Werde Informatiklehrer:in“, die im Bundesländervergleich alternative Wege ins Informatik-Lehramt aufzeigt.

Wenn Sie an Ihren eigenen Informatikunterricht denken: Wie war er damals und was haben Sie daraus mitgenommen?

An meiner Schule gab es Informatikunterricht ab Mitte der 1980er-Jahre. Das ging auf eine Elterninitiative zurück und war damals wohl ziemlich fortschrittlich. Ich selbst hatte 1990 ein halbes Jahr Informatik. Unterrichtet hat uns ein Mathematik- und Physik-Lehrer, der sehr IT-affin war. Wir musste unter anderem eine Figur programmieren, die durch ein Labyrinth marschiert. Die Computer-Nerds aus der Klasse waren nach kurzer Zeit fertig, alle anderen irgendwie überfordert. Ich weiß noch, dass gleich zwei PCs dauerhaft unbrauchbar wurden, nachdem ich damit gearbeitet hatte – keine Ahnung, warum. Mein Lehrer hat mir mit großem Wohlwollen eine 4+ gegeben. Damals habe ich mit dem artifiziellen und lebensfremden Programmieren nichts anfangen können. Rückblickend ist mir bewusst geworden, dass Informatik viel mehr ist.

Inwiefern?

Es geht um strukturiertes Denken, Problemlösen und das Verständnis komplexer Systeme. Gerade diese Kompetenzen helfen jungen Menschen weit über das Fach Informatik hinaus – im Beruf und im Alltag. Das ist es auch, was ich mir vom heutigen Informatikunterricht wünsche:dass Schüler*innen erleben, wie eng Informatik mit den Herausforderungen unserer Gesellschaft verbunden ist. Deshalb freue ich mich, dass wir als Carl-Zeiss-Stiftung konkrete Förderungen wie das „CZS KID – Kolleg für Informatikdidaktik“ anbieten können.

Welche Kompetenzen brauchen junge Menschen heute, um insbesondere KI-Systeme und Plattformen selbstbestimmt zu nutzen?

Der souveräne Umgang mit KI beginnt nicht beim Programmieren, sondern beim Verstehen. Junge Menschen sollten einschätzen können, wie KI-Systeme zu ihren Ergebnissen kommen, welche Grenzen sie haben und welche Interessen hinter digitalen Plattformen stehen. Genauso wichtig sind kritisches Denken, Medien- und Datenkompetenz sowie die Fähigkeit, Informationen einzuordnen und verantwortungsbewusst zu nutzen. Wer diese Kompetenzen entwickelt, kann KI nicht nur effizient einsetzen, sondern ihre Chancen und Risiken gleichermaßen reflektieren.

Was wünschen Sie sich von der Disziplin der Informatikdidaktik?

Ich wünsche mir, dass die Informatikdidaktik wissenschaftliche Exzellenz mit gesellschaftlicher Relevanz verbindet. Sie kann einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, neue technologische Entwicklungen – etwa auf dem Feld der KI  – schnell in tragfähige Unterrichtskonzepte zu übersetzen. Gleichzeitig wünsche ich mir einen engen Austausch zwischen Forschung und Schulpraxis, so wie das im Kolleg für Informatikdidaktik angedacht ist. Gute Ideen entfalten ihre Wirkung erst dann, wenn sie den Weg ins Klassenzimmer finden und Lehrkräfte bei ihrer anspruchsvollen Arbeit unterstützen. Insgesamt wünsche ich der Informatikdidaktik, dass sie aus ihrem überholten Nischendasein herauskommt und eine starke, wegweisende Disziplin wird.

An welchen Stellen muss sich Ihrer Ansicht nach die Schulinformatik weiterentwickeln?

Informatik sollte selbstverständlich zur Allgemeinbildung gehören. Dafür braucht es eine stärkere und verbindlichere Verankerung des Fachs über alle Schulformen und Bundesländer hinweg sowie ausreichend gut ausgebildete Lehrkräfte. Gleichzeitig sollte Informatik nicht isoliert gedacht werden. Viele gesellschaftliche Fragen – von Klimamodellen über die Medizin bis zur Mobilität  – zeigen, wie eng Informatik mit anderen Disziplinen verknüpft ist. Diese Perspektive sollte sich auch im Unterricht widerspiegeln.

Wie sehen Sie die Rolle von Stiftungen wie der CZS in Zeiten, in denen Wissenschaft vor ganz neuen Herausforderungen steht?

Gerade in Zeiten schnellen Wandels können Stiftungen besondere Verantwortung übernehmen. Sie haben die Möglichkeit, langfristig zu denken, neue Themen frühzeitig aufzugreifen und auch Vorhaben zu fördern, deren Potenzial sich erst über Jahre entfaltet. Gleichzeitig verstehen wir uns als Partner der Wissenschaft: Wir möchten exzellente Forschung ermöglichen, den wissenschaftlichen Nachwuchs stärken und Räume schaffen, in denen neue Ideen entstehen können. Innovation braucht neben Mut auch Verlässlichkeit – beides können Stiftungen leisten.

Dr. Felix Streiter

ist seit dem 1. Januar 2020 Geschäftsführer der Carl-Zeiss-Stiftung. Er ist Jurist und arbeitet seit 2003 im Stiftungssektor. Er studierte in Bayreuth, Genf, Freiburg und an der Duke University und wurde mit einer Arbeit über die Wissenschaftsförderung durch Mittlerorganisationen promoviert. Vor seinem Einstieg in die Stiftungslandschaft arbeitete er als Rechtsanwalt in einer internationalen Wirtschaftskanzlei. Felix Streiter ist Beiratsvorsitzender der Ernst-Abbe-Stiftung, stellvertretender Kuratoriumsvorsitzender des Deutschen Optischen Museums, Vorsitzender des Stifterrats des Alexander von Humboldt Instituts für Internet und Gesellschaft, Mitglied im Landeskuratorium Baden-Württemberg des Stifterverbands sowie Leiter des Arbeitskreises Wissenschaft und Forschung im Bundesverband Deutscher Stiftungen.

Die Carl-Zeiss-Stiftung

fördert Wissenschaft und Lehre in den MINT-Disziplinen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Als Partnerin exzellenter Wissenschaft ermöglicht sie Freiräume für Grundlagen- und anwendungsorientierte Forschung. Die Stiftung wurde 1889 von Ernst Abbe in Jena gegründet und ist heute eine der großen privaten wissenschaftsfördernden Stiftungen in Deutschland. Sie ist alleinige Eigentümerin der Carl Zeiss AG und der SCHOTT AG. Ihre Fördertätigkeit wird aus den Dividendenausschüttungen der beiden Stiftungsunternehmen finanziert. Das neue CZS KID – Kolleg für Informatikdidaktik wird von der Carl-Zeiss-Stiftung mit insgesamt 27 Millionen Euro gefördert.

Mehr über das Kolleg

 

 

 


Ein Biber für alle

Wie können möglichst viele Kinder und Jugendliche Informatik kennenlernen – unabhängig davon, ob sie bereits Informatikunterricht hatten, programmieren können oder besondere Unterstützung beim Lernen benötigen? Genau hier setzt der Informatik-Biber an. Beim Wettbewerb stehen nicht Programmiersprachen oder technisches Vorwissen im Mittelpunkt, sondern logisches Denken, genaues Hinschauen, Ausprobieren und Knobeln. 580.960 Kinder und Jugendliche nahmen 2025 teil – ein neuer Rekord und sieben Prozent mehr als im Vorjahr.

Text: Katja Sauerborn

„Informatik für alle“ bedeutet mehr als eine große Teilnehmerzahl. Mitmachen können Schüler*innen ohne Vorkenntnisse. Die notwendigen Informationen stecken in den Aufgaben selbst. Benjamin Reichelt, Informatiklehrer und seit 2011 beim Biber dabei, beschreibt genau das als eine Stärke des Wettbewerbs: „Ich brauche keine Voraussetzungen aus dem Unterricht, keine Programmierkenntnisse, keine Kenntnisse von Algorithmen. Alles, was ich zum Lösen brauche, steckt in der Aufgabe selbst.“

Für Reichelt zeigt der Biber auf spielerische Weise, wie spannend, kreativ und alltagsnah Informatik sein kann – und dass Informatik mehr ist, als am Rechner zu sitzen und zu programmieren. Auch Schülerinnen und Schüler, die sich im Informatikunterricht nicht unbedingt für das Fach begeistern, machen beim Biber gerne mit, berichtet er. Für viele Jüngere ist der Wettbewerb die erste Begegnung mit informatischem Denken. Sie entdecken, dass es darum geht, Zusammenhänge zu erkennen, Regeln zu finden, zu knobeln und Probleme zu lösen.

Informatik schon in der Grundschule kennenlernen

Besonders wichtig für den Gedanken „Informatik für alle“ ist die Primarstufe. Grundschulkinder können seit 2010 am Informatik-Biber teilnehmen. 2015 wurde mit einigen Grundschulen zusätzlich ein eigener Grundschul-Biber für die Jahrgangsstufen 3 und 4 erprobt. Damals machten knapp 500 Kinder mit.

Inzwischen sieht das ganz anders aus: 2025 nahmen 25.971 Dritt- und Viertklässlerinnen und -klässler teil – ein Plus von 24,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit lernen immer mehr Kinder Informatik bereits in der Grundschule kennen, häufig lange bevor sie regulären Informatikunterricht haben. Beim Knobeln und Lösen der Aufgaben können sie erleben, dass Informatik mehr ist als Programmieren: Es geht darum, Zusammenhänge zu erkennen, Regeln zu finden und eigene Lösungswege auszuprobieren.

Reichelt hält gerade die Teilnahme der Klassen 3 und 4 im Sinne von „Biber für alle“ für wichtig. Er beschreibt auch einen möglichen langfristigen Effekt: Kinder, die den Wettbewerb bereits aus der Grundschule kennen, könnten später an ihrer weiterführenden Schule fragen, warum es dort keinen Biber gibt – und ihn so gewissermaßen mitbringen.

Unterschiedliche Voraussetzungen, gemeinsames Knobeln

„Informatik für alle“ bedeutet auch, Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen mitzunehmen. Wie das gelingen kann, zeigt die Michael-Ende-Schule, eine Sprachförderschule. Fabian Braun initiierte dort vor rund zehn Jahren die Teilnahme am Informatik-Biber und begleitet sie bis heute.

Die Schüler*innen bringen sehr unterschiedliche Voraussetzungen mit. Einige können nur schwer lesen, andere haben Schwierigkeiten, sich sprachlich auszudrücken; teilweise kommen weitere Lernschwierigkeiten hinzu. Beim Biber arbeiten die Kinder zu zweit. Die Teams werden bewusst so zusammengestellt, dass sich ihre Fähigkeiten ergänzen können. Wer beispielsweise Schwierigkeiten beim Lesen hat, kann mit einem Kind zusammenarbeiten, das besser lesen und die Aufgabe vorlesen kann.

Gerade die grafischen und spielerischen Aufgaben können dabei Fähigkeiten sichtbar machen, die im klassischen Unterricht weniger auffallen. Braun erlebt regelmäßig, dass Kinder plötzlich etwas zeigen, das ihnen vorher vielleicht nicht zugetraut wurde: „Ich bin vielleicht gar nicht so, wie du denkst, ich kann dich auch überraschen.“

Seit 2025 gibt es zudem eine eigene Biber-Ausgabe für Kinder und Jugendliche mit Blindheit oder Sehbeeinträchtigung. Damit wird der Anspruch, möglichst vielen jungen Menschen eine Teilnahme zu ermöglichen, noch einmal erweitert. So bekommt „Informatik für alle“ eine ganz konkrete Bedeutung: Kinder früh mit Informatik in Berührung bringen, unterschiedliche Voraussetzungen berücksichtigen und Fähigkeiten sichtbar machen, die an anderer Stelle vielleicht unentdeckt bleiben. Fabian Braun bringt diesen Gedanken für seine Schülerinnen und Schüler auf einen Begriff: „Teilhabe.

Und sonst so?

Das Team der Bundesweiten Informatikwettbewerbe (BWINF) setzt auch abseits vom Biber viele wichtige Akzente.

girls@BWINF

ist eine Initiative der Bundesweiten Informatikwettbewerbe (BWINF). Sie vernetzt informatikbegeisterte Schülerinnen, fördert gezielt ihre Talente, motiviert zur Teilnahme an Wettbewerben und bereitet sie auf die European Girls’ Olympiad in Informatics (EGOI) vor. Damit stärkt girls@BWINF die Sichtbarkeit und Förderung junger Frauen in der Informatik über die Schule und Wettbewerbe hinaus.

Mehr dazu: https://bwinf.de/girls 

Zehn Jahre Jugendwettbewerb Informatik

Aus einer Idee für den spielerischen Einstieg ins Programmieren ist in zehn Jahren ein Wettbewerb mit großer Reichweite geworden. 2026 findet der Jugendwettbewerb Informatik (JWINF) zum zehnten Mal statt – und allein an der ersten Runde beteiligten sich 73.272 Schüler*innen.

Mehr dazu: https://bwinf.de/jugendwettbewerb 


Ein Fachausschuss im Fokus

Der Fachausschuss Informatische Bildung in Schulen (FA IBS) gehört dem Fachbereich Informatik und Ausbildung / Didaktik der Informatik (FB IAD) an. Die Arbeit des FA IBS wird durch die Aktivitäten der ihm angehörenden Fachgruppen getragen. Aber was läuft da eigentlich alles? Ein Mitglied gibt einen Überblick.

Text: Daniel Losch

INFOS – das Aushängeschild (est. 1984)

Im September 2025 fand die Tagung „Informatik und Schule” (INFOS), die größte, regelmäßige Tagung für Didaktik der Informatik im deutssprachigen Raum statt – das erste Mal in der Schweiz, in einem sehr schönen Tagungshotel auf dem Stoos. Danke an Prof. Dr. Mareen Grillenberger (TU Dresden) für die hervorragende Organisation! Im Rahmen der INFOS verleihen wir als FA IBS alle zwei Jahre den Unterrichtspreis. In unserer Zeitschrift IBIS haben wir den Gewinner-Beitrag von Sebastian Wich (Gymnasium LSH Marquartstein, BY) veröffentlicht. Die Planungen für die kommende INFOS sind seit geraumer Zeit im Gange und im September wird der Call for Papers für die INFOS 2027 an der Justus-Liebig-Universität in Gießen veröffentlicht. Wir danken Prof. Dr. Matthias Wendlandt für die Bereitschaft zur Tagungsausrichtung!

„Königstein” – ein traditonsbewusstes Arbeitstreffen

Fast genauso alt wie die INFOS, aber ebenso ehrwürdig: die Fachdidaktischen Gespräche zur Schulinformatik in Königistein (Sächs. Schweiz). Im März haben wir die 32. Fachdidaktischen Gespräche ausgerichtet. Nach anfänglicher Initiative und langjähriger Ausrichtung von Prof. Dr. Steffen Friedrich (ehem. TU Dresden) – ohne den es diese jährlich dort stattfindende Tagung nicht geben würde! – haben wir es in den letzten zehn Jahren dem FA IBS überantwortet, diese Tagung organisatorisch zu begleiten. So wurde auch dieses Jahr wieder in Königstein intensiv getagt, ein klein wenig gewandert und ganz viel gearbeitet. Die AGn setzten sich mit spannenden, wichtigen Themen rund um die Schulinformatik auseinander – unter anderem mit KI, Fortbildungen an Grundschulen, Prüfungsformaten oder Inklusion.

GI-Arbeit ist Netzwerkarbeit

Im Februar haben Prof. Dr. Tilman Michaeli (TU München/Arbeitskreis KI in der Schule des Fachbereichs KI) und ich zum zweiten Mal am Forum „Offene KI in der Schule” (wikimedia e.V. und Land Niedersachsen) teilgenommen. Nachdem wir im letzten Jahr bereits aus wichtige Akzente setzen konnten – etwa in puncto Lehrkräftebildung, hatten wir diesmal die Möglichkeit, zentral für alle Tagungsteilnehmenden einen Impuls als GI-Vertreter setzen.

Am Runden Tisch der Fachverbände in Erfurt, zudem wir erneut eingeladen waren vom Deutschen Philologen Verband (DPhV), hat uns Dr. Peter Arnold (Sprecher der Fachgruppe Informatische Bildung in Sachsen und Thüringen) vertreten. Der Austauch mit anderen Fachverbänden ist eine wichtige Basis für unsere Arbeit. Dr. Peer Stechert (Fachgruppe für informatische Bildung in Schleswig-Holstein und Hamburg) hat uns auf dem Bundeskongress des Deutschen Vereins zur Förderung des mathematischen und naturwissenschaftlichen Unterrichts e.V. (MNU) in Saarbrücken vertreten. Mit dem MNU bestehen über den GI-Fellow Gerhard Röhner seit vielen Jahren intensive Beziehungen.

Eine freudige Nachricht zum Sommer …

Was mich besonders freut ist, dass wir in den bildungsbezogenen GI-Landesfachgruppen eine FG hinzugewinnen konnten – das ist noch »ganz frisch«: In Thüringen haben sich einige Kolleg:innen zusammengetan und initiativ eine GI-FG für das Land Thüringen gegründet. Dies geht insbesondere auf das Engagement von Prof. Dr. Michael Rücker (Universität Jena) zurück. Vielen Dank an alle, die in Thüringen für informatische Bildung aktiv waren und sind!

Wer sich für informatische Bildung in der GI einsetzen möchte, findet unter https://fa-ibs.gi.de/fachausschuss/landesfachgruppen eine Übersicht unserer Landesfachgruppen. Einfach mal schreiben ;-)

Neugierig?

Für alle weiteren Ideen, Anregungen und Fragen steht Daniel Losch gerne zur Verfügung:

Dr. Daniel Losch
wissenschaftlicher Mitarbeiter (TU Dortmund)
Lehrer am Albert-Martmöller-Gymnasium (Witten)
daniel.losch@tu-dortmund.de