Wir müssen reden.
Ungefähr 72 Veranstaltungen mit Arbeitskreisen, Vorträgen, Exkursionen oder Konferenzen mit 2.357 Teilnehmerinnen und Teilnehmern – so sieht gelebter Austausch in unserer Fachgesellschaft aus. Um Expertise und Erfahrungen weitergeben zu können, gibt es viele Möglichkeiten, sich in der GI zu vernetzten und auszutauschen. Denn Engagement ist essentiell, um zukunftsfähig bleiben zu können.
„Weniger Hype, mehr Wirkung“
Benjamin Paaßen und Vera Schmitt forschen daran, wie KI Menschen sinnvoll unterstützen kann. Während Benjamin Paaßen sich mit KI in der Bildung beschäftigt, arbeitet Vera Schmitt zu erklärbarer KI, Entscheidungsunterstützung und Desinformation. Als Junior-Fellows wollen sie diese Themen innerhalb der GI stärker vernetzen und eine verantwortungsvolle, am Menschen orientierte KI voranbringen.
Digitale Bildung für alle
Die BYTE Challenge ist eine digitale Lernplattform, die Schüler*innen niedrigschwellig digitale Kompetenzen vermittelt und für Informatik begeistert – und die aus einem Projekt der Jungen GI heraus entstanden ist. 2025/26 stand das verantwortungsbewusste Wachstum im Mittelpunkt
Aktion #HierFehltWas: Mitglieder werben Mitglieder
Anfang 2026 wurde die neue Mitglieder-werben-Mitglieder-Aktion #HierFehltWas ins Leben gerufen, um die Vielfalt in der Informatik-Community der GI zu fördern. Im Mittelpunkt steht der Gedanke, dass neue Perspektiven die Arbeit der GI in Wissenschaft, Politik und Gesellschaft bereichern. Mitglieder werden ermutigt, gezielt Menschen aus ihrem Umfeld anzusprechen, die mit ihrem Wissen und ihren Erfahrungen die Debatten der GI erweitern können.
Durch die Bereitstellung individueller Einladungslinks und E-Mail-Vorlagen aus dem Mitgliederbereich sowie gedruckten Kampagnenmaterialien in Form einer Postkarte wird die Aktion unterstützt. So kann jede*r auf einfache Weise dazu beitragen, die Community zu vergrößern und vielfältiger zu gestalten. Die Kampagne unterstreicht, wie wichtig es ist, dass alle Stimmen gehört werden, um die Zukunft der Informatik aktiv mitzugestalten.
Die GI setzt sich als eine der größten Informatik-Communities im deutschsprachigen Raum dafür ein, dass unterschiedliche Sichtweisen in die Arbeit einfließen. Mit #HierFehltWas wurde ein klares Zeichen für mehr Inklusion und Diversität gesetzt. Denn nur gemeinsam lassen sich die Herausforderungen der digitalen Transformation bewältigen.
Die Kampagne zeigt, wie einfach es ist, neue Mitglieder zu gewinnen und die Community zu stärken. Wer auch in Zukunft die Informatik mitgestalten möchte, ist herzlich eingeladen, sich zu engagieren: sei es durch die Weiterempfehlung der GI oder durch die Teilnahme an zukünftigen Initiativen.
Ein herzlicher Dank gilt allen, die sich bereits rege beteiligt haben. Denn am Ende sind es unsere Mitglieder selbst, die dazu beitragen, dass die GI als lebendige und vielfältige Stimme der Informatik zu hören ist. Die Aktion #HierFehltWas bleibt ein Aufruf, gemeinsam die Zukunft der Informatik zu gestalten. Auf der Mitgliederversammlung auf der INFORMATIK 2027 in Berlin werden unsere aktivsten Werber*innen prämiert. Haben Sie bereits die eine oder andere Postkarte verschickt?
Ehrenamt stärken
Die Ehrenamts-Academy unterstützt Ehrenamtliche in der Gesellschaft für Informatik dabei, ihre Arbeit wirksam, gut organisiert und mit Freude zu gestalten. Sie bietet praxisnahe Fortbildungen, Austauschformate und Materialien: Von Moderation und Eventmanagement über Öffentlichkeitsarbeit bis hin zu „GI-internem Know-how“. Ziel ist es, Engagement zu erleichtern, Qualität und Sichtbarkeit ehrenamtlicher Aktivitäten zu stärken und den Wissenstransfer innerhalb der GI dauerhaft zu verbessern.
Zu finden ist das Format im Mitgliederbereich unter einer gelben Kachel: https://meine.gi.de/service/ehrenamts-academy.
Von April bis August wurde monatlich eine Session auf die Beine gestellt, insgesamt fand die Ehrenamts-Academy demnach fünf mal statt. Die Themen waren:
- Von LinkedIn bis Bluesky: Social Media in der GI
- Sponsoring & Partnerschaften bei der GI
- Engagement sichtbar machen: Kommunikation über die GI-Webseiten
- Regionalgruppen in der GI
- Rechtliche Stolpersteine im Ehrenamt
Jede Session der Ehrenamts-Academy besteht aus einem Vortrag und einem aktiven Part. Jeden 3. Mittwoch im Monat können sich interessierte GI-Mitglieder in eine Online-Session einwählen. Sie beginnt mit einem ungefähr 20-minütigen Vortrag von dem oder der Redner*in. Dieser wird aufgezeichnet und im Anschluss im Mitgliederbereich hochgeladen. Nach dem Votrag wird die Aufzeichnung gestoppt und die Teilnehmenden haben die Möglichkeit Fragen zu stellen und in die Disskussion zu gehen.
Besonders ermutigen, eine Session zu halten, möchten wir Mitglieder aus der GI. Zwar sind auch Einblicke aus den Geschäftsstellen in Bonn und Berlin interessant - die Arbeit in den Regional- und Fachgruppen, Arbeitskreisen und sonstigen Gremien findet jedoch aus dem Herzen der Mitgliedschaft heraus statt und ist dadurch ein großer Mehrwert für alle Mitglieder der GI. Unter den Teilnehmenden sind die unterschiedlichesten Personen: Von gut vernetzten und aktiven Mitgliedern bis hin zu Interessierten, die neu durchstarten möchten.
Abschließend deswegen hier nur noch ein Appell an alle Mitglieder: Stellen Sie Ihre Fähigkeiten für andere Mitglieder zur Verfügung, schlagen Sie Themen vor oder erzählen Sie dem Team, wie Sie das Format noch etwas besser gestalten würden! Gerne per Nachricht an meggie.jaworski@gi.de.
Die Welt als Spielplatz
Wer Informatik versteht und mitgestaltet, kann auch die Welt gestalten, so Marco Heinisch und Maximilian Kroker von der Jungen GI. In der Jungen GI treffen Studierende und Auszubildende überregional auf Gleichgesinnte, entwickeln gemeinsam Projekte und bringen die Perspektive ihrer Generation in aktuelle Debatten ein. Ob digitale Souveränität, neue Technologien oder gemeinsame Veranstaltungen: Die Möglichkeiten, eigene Ideen umzusetzen, sind vielfältig. Dabei soll die Junge GI künftig noch enger mit anderen Gruppen und Gremien der GI zusammenarbeiten.
Zwei Junior-Fellows im Gespräch
Benjamin Paaßen und Vera Schmitt wurden letztes Jahr als Junior-Fellows der GI ausgezeichnet. Im Video-Interview sprechen sie über die Schwerpunkte ihrer Forschung, ihre Anfänge in der Informatik und darüber, was die Auszeichnung für sie bedeutet.
Neugierig?
Mehr über die Junior-Fellows der GI und die Möglichkeiten, sich selbst für die Auszeichnung zu bewerben gibts hier.
Digitale Bildung für alle
Die BYTE Challenge ist eine digitale Lernplattform, die Schüler*innen niedrigschwellig digitale Kompetenzen vermittelt und für Informatik begeistert – und die aus einem Projekt der Jungen GI heraus entstanden ist. 2025/26 stand das verantwortungsbewusste Wachstum im Mittelpunkt.
Text: Stefan Hildebrandt
Schwerpunkt: Digitale Souveränität
Digitale Souveränität ist eines der drängendsten Themen unserer Zeit. Ermöglicht durch die Talenttage Ruhr hat das Team der BYTE Challenge einen ganzen Tag Deutschunterricht am B.M.V.-Gymnasium Essen gestaltet. Dabei kam der neue Kurs „Daten, die dich wählen lassen“ von Elke Haberl zum Einsatz. Anhand einer Schulsprecher*innen-Wahl zeigt er, wie Datenspuren im Internet zum Ausgangspunkt für Wahlmanipulation werden können.
Die zentralen Botschaften:
- Deine Daten gehören dir – sie sind dein Eigentum.
- Deine Daten haben Wert – andere können damit viel anfangen, mit echten Konsequenzen für dich.
- Du musst aktiv handeln – und bewusst entscheiden, wem du was erlaubst.
Medial macht das Team ebenfalls auf das Thema aufmerksam, etwa im Handelsblatt mit „Digitale Bildung für eine resiliente Gesellschaft“. Zudem bleibt die BYTE-Plattform ein Leuchtturmprojekt für Datenschutz.
Wo Informatik auf die Welt trifft
Informatik ist langweilig? Wohl kaum! Aber auch andere Bereiche sind spannend und werden in neu erstellten Kursen dargestellt: KI in der Medizin (Alina Yildirim), die Vermessung der Welt mit numerischen Methoden (Kadir Isik) und ein neuer Escape Room (Burkhard Hoppenstedt). Fabian Haese und Hans Christian Arlinghaus geben Einblicke in Ausbildungsberufe mit IT-Bezug. Dank Oleksandra Dron und Annika Latz sind die BYTE-Quizzes nun auch in der App Learn Battle verfügbar.
Qualitätsmanagement im Ehrenamt
Mit der Entwicklung und dem Wachstum von BYTE stellt sich die Frage: Ab wann lohnt sich strukturiertes Qualitätsmanagement? Jetzt! Das Team hat ein Qualitätsmanagementsystem aus vielfältigen Perspektiven erarbeitet: Technik, Inhalt, Didaktik, Diversität und Datenschutz. Auch Feedback aus der akademischen Nutzung ist Teil des Systems. So entstehen neue Standards für Qualität im Ehrenamt.
Neue Werkzeuge, neue Verantwortung
Einen Server ins Internet stellen, der absichtlich fremden Code ausführt? Wer macht denn sowas? Die BYTE Challenge – denn wie sonst sollte man Python-Programmierung praktisch und direkt vermitteln? Moritz Merkl hat dafür den BYTEgrader entwickelt: ein automatisiertes Bewertungssystem mit Moodle-Integration via LTI 2.0, verfügbar als Open-Source-Projekt. Das Gesamtsystem ist nach dem BSI-Grundschutz-Katalog ausgelegt, mit mehrschichtiger Kapselung auf Software- und Hardware-Ebene sowie limitierten und überwachten Ressourcen.
Wissenschaftliche Beiträge
BYTE bringt Bildung für Schulkinder, Forschung und akademische Lehre zusammen – und Menschen aus unterschiedlichsten Bereichen. Studierende können im Team Praktika absolvieren, andere bringen ihre Berufserfahrung ein. Konkrete Beispiele: das Forschungsprojekt zur Nutzung von Python-Kursen für Jura-Studierende (Reuten et al., 2026: „What law students need", Informatik Spektrum, Springer) mit der PH Freiburg und dem ltc Mannheim e.V.; ein Projekt zur aktivierenden Kursgestaltung unter Leitung von Tobias Bahr; zwei Praktika für Psychologie-Studierende sowie drei Bachelorarbeiten der Informatik und Wirtschaftsinformatik.
Ausblick
Nächstes Ziel ist es, Lernziele kompetenzorientiert aufzubereiten und gemeinsam mit dem BYTE-Beirat das weitere Wachstum zu steuern. Herzlichen Dank an alle GI-Mitglieder, die die Arbeit von BYTE unterstützen.
Neugierig?
Alle weiteren Infos und aktuelle News zur BYTE CHALLENGE gibt es auf der Website: