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Informatik
international

Das große Ganze.

Digitale Herausforderungen halten sich nicht an Ländergrenzen. Vernetzung und Globalisierung gehört zur Informatik wie der Fix zum Bug: Grund genug, die großen Fragen der deutschen Digitalbranche, Informatikbildung oder IT-Forschung nicht nur national zu betrachten. Wie gehen wir um mit Big Tech? Was können wir von anderen Ländern lernen? Und wie hilft uns die Informatik, die Welt ein bisschen besser zu machen?

What about the E?

Das E in STEM wird noch immer etwas zu klein geschrieben. Dabei sind sich viele Fachleute einig, dass Engineering in Schulen und außerschulischen Kontexten viel stärker gefördert werden sollte. Wie aber kann der Weg dahin aussehen? Und was können wir dabei im internationalen Austausch lernen? Diesen Fragen ging die Begleitkonferenz „International Perspectives on STEM Education“ der MINTvernetzt-Jahrestagung nach. 

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Informatik goes international

Die GI ist Teil des Council of European Professional Informatics Societies (CEPIS), des Zusammenschlusses der europäischen Informatikgesellschaften. 29 Fachgesellschaft sind Teil dieses Netzwerks. Zusammen vertreten sie mehr als 200.000 Informatiker*innen.

cepis.org

Olympische Erfolge

Die European Girls’ Olympiad in Informatics fand dieses Jahr in Deutschland statt. Ein starkes Zeichen – und eine starke Leistung des Teams der Bundesweiten Informatikwettbewerbe.

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Das war das Interdisziplinäre Kolleg 2025

200 Wissenschaftler*innen, 94 Talks, zwei vorwitzige Ziegen und zwei radelnde Pandas ... das traditionsreiche Interdisziplinäre ­Kolleg, veranstaltet von der Gesellschaft für Informatik, war auch dieses Jahr wieder für einige Überraschungen gut. GI-Referentin Maike Klein ist Stammgästin und hat ihren Besuch für das GI-Mitgliedermagazin eingefangen.

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Kai Rannenberg wird IFIP-Präsident

Ende September 2024 wurde Prof. Dr. Kai Rannenberg, Mitglied im GI-Präsidium, im Rahmen der Generalversammlung in Lissabon zum nächsten Präsidenten der International Federation of Information Processing (IFIP) gewählt. Seit 2002 ist er Professor für Mobile Business & Multilateral Security der Goethe-Universität Frankfurt und seit 2012 Gastprofessor am National Institute for Informatics in Tokyo. Er tritt sein Amt im September 2025 an.

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What about the E?

Gerade wenn es um den Nachwuchs geht, ist es wichtig, sich auch über Ländergrenzen auszutauschen. Ein Beispiel: Das E in STEM wird noch immer etwas zu klein geschrieben. Dabei sind sich viele Fachleute einig, dass Engineering in Schulen und außerschulischen Kontexten viel stärker gefördert werden sollte. Wie aber kann der Weg dahin aussehen? Und was können wir dabei im internationalen Austausch lernen? Diesen Fragen ging die Begleitkonferenz „International Perspectives on STEM Education“ der MINTvernetzt-Jahrestagung nach. 

Text: Rika Baack

„Kinder lernen keine Mathematik, weil sie eine Karriere in der Mathematik anstreben“, erklärte Martina Pometlova auf der Bühne im Berliner Rocket Tower. Mathe gelte als Fundament für unendlich viele Disziplinen und deshalb müsse eben jede und jeder da durch. Aber wieso gilt dasselbe nicht für andere Kompetenzen? „Unabhängig von ihren Berufswünschen sollten Kinder verstehen, wie Informatik funktioniert, wie sie sie nutzen, um ihr Leben zu verbessern, wie sie sich auf ihr Leben auswirkt und welche Risiken ihre Nutzung birgt.“

„International Perspectives on STEM Education: What about the E?“, eine Begleitkonferenz der Jahrestagung von MINTvernetzt, hat sich am 11. Februar dem E im STEM gewidmet. Die Konferenz wurde organisiert von Amazon Future Engineer, MINTvernetzt, der Initiative Meet and Code und der Gesellschaft für Informatik e.V. STEM – das steht für Science, Technology, Engineering und Mathematics. Es ist das Äquivalent der deutschen Bezeichnung MINT, ein Sammelbegriff der naturwissenschaftlichen Disziplinen. Trotz Förderprogrammen und zahlreichen engagierten Initiativen fehlt es in diesen noch allzu oft an Fachkräften, an angemessener Ausstattung in Schulen und an Mädchen- und Frauenbeteiligung.

Gerade im Engineering, also in all jenen Wissenschaften, die sich um Technik drehen, wären diese Missstände sehr deutlich. Das unterstrich auch Michael Vollmann, Education Lead Europe bei Amazon, der die Gäste auf der Veranstaltung willkommen hieß. „Es gibt inzwischen unzählige Menschen, die Engineering an neue Generationen herantragen wollen und tolle Ideen umsetzen – sei es in Schulen oder darüber hinaus. Die Fähigkeiten, die sich Kinder hier aneignen, eröffnen ihnen wichtige Zukunftschancen. Deshalb sehen wir es als unsere Aufgabe, diese Arbeit wertzuschätzen und zu fördern.“ Vor Ort waren deshalb viele Engagierte wie etwa die Teams des CoderDojo Belgium oder der Associazione L'aquilone – Impresa Sociale. Manche von ihnen stellten ihre bisherigen Meilensteine vor und gingen mit den Teilnehmenden in den Austausch, einige erhielten zudem eine Anerkennung in Form der „Meet and Code Awards 2024“.

In seiner Keynote brachte Rhys Morgan, Director for Education and Skills an der Royal Academy of Engineering, noch eine etwas andere Perspektive ein. Er hat in einem aufwendigen Prozess Bildungsinstitutionen, Wettbewerbe, Stiftungen oder Projekte zusammengestellt, die Engineering fördern. Das Ergebnis: Eine breit gefächerte STEM-Landschaft, deren Initiativen sich regional und inhaltlich oft überlappen. Sein Fazit: So viele Angebote sorgen bei Kindern eher für Verwirrung und Überforderung. Braucht es also mehr Vernetzung? Wo müssen Akteure ansetzen, um Kinder tatsächlich zu erreichen?

Dem gingen Martina Pometlova von Code.org, Diana Filip von Junior Achievement EUROPE, Maximilian Müller-Härlin vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und Ioannis Gaviotis von der Europäischen Kommission in der Fishbowl-Diskussion „Towards more E in STEM – which Settings and Content are helpful?“ nach. Filip sprach sich dafür aus, die Industrie an die Schulen zu holen, um die Lücke zwischen den Welten Schule und Arbeit zu überbrücken. Offenheit sei das, worauf alles hinausläuft, meinte Müller-Härlin: Schulen müssten offen gegenüber anderen Institutionen und Projekten sein. Und Lehrende offen für eine neue Dynamik in ihrem Klassenzimmer, fügte Pometlova hinzu, in der sie von den Kindern lernen.

Einige der Projekte, deren Teams teils aus ganz Europa anreisten, wurden an diesem Tag auch mit den „Meet and Code Awards 2024“ geehrt. Die Initiative Meet and Code unterstützt mit Amazon als Hauptförderer Non-Profit-Organisationen in Europa, die jungen Menschen Zugang zu digitalen Fähigkeiten und zum Programmieren ermöglichen. Die Jurymitglieder Michael Vollmann, Michal Szwarc von TechSoup und Clemens Frede vom Haus des Stiftens verliehen die Awards: In der Kategorie Girls do IT! gewann das Projekt „Girl Power -​ Robotic Rope Pulling“ der ArchitectsPL Foundation, für den Fokus Diversität „Level Up Against Discrimination:​ Creative Game Jam“ von Sorora e.V. In der Kategorie Code for the Planet wurde „My ECO-Future City“ der Associazione L'aquilone – Impresa Sociale ausgezeichnet.

Neben der Awards Ceremony konnten die Teilnehmenden im Rahmen der Session „Meet my project“ noch mehr innovative Projektideen kennenlernen. Die Teams des CoderDojo Belgium, Class Chats, Hacker School und weiteren Initiativen hatten 180 Sekunden Zeit, ihr Konzept auf der Bühne zu präsentieren, um sich dann den Fragen und Ideen der internationalen Teilnehmenden in kleinen Gruppen zu stellen.

So viele Engagierte an einem Ort zu versammeln, bot auch die Möglichkeit, Know-how und Erfahrungsberichte zu teilen. Eine gemeinsam erstellte Leseliste der Teilnehmenden gibt es hier zum Nachlesen: nextcloud.gi.de/s/QAanRPYzYaGkmPf


Olympische Erfolge

Die European Girls’ Olympiad in Informatics fand dieses Jahr in Deutschland statt. Ein starkes Zeichen – und eine starke Leistung des Teams der Bundesweiten Informatikwettbewerbe.

Text: Katja Sauerborn

Momente, die wie eine Metapher wirkten: ein Hörsaal der Bonner Informatik mitten im Juli, ein wenig überfüllt, die Übergabe einer Fahne wie die Weitergabe des Olympischen Feuers. In dem Moment, in dem das erste Team eines Landes aufgerufen wird, entfacht sich Euphorie – Team für Team – mehr als 50 insgesamt – erheben sich, werfen mexikanische Hüte in die Luft, verteilen Schokolade, trommeln, hüllen sich in ihre Fahne. Jeder Delegation wird Applaus gezollt, begleitet von begeisterten Rufen und sichtbarer Freude. Es ist der Startschuss der 5. Europäischen Mädchen-Olympiade. Die Stimmung ist voller Begeisterung, zugleich würdevoll, akademisch – und von Neugier auf das, was kommt, geprägt.

Es ist ein weltweit einzigartiger Wettbewerb. Daher reisen die Olympionikinnen nicht nur aus Europa an, sondern auch aus Asien, Australien, Neuseeland, Nord- und Südamerika. Für die Teilnehmerinnen und nicht-binären Jugendlichen ist die EGOI besonders wertvoll: Hier sind sie nicht in der Minderheit, können ihre Talente zeigen, sich messen und deutlich machen, wie wichtig Diversität in der Wissenschaft ist.

Und doch wäre die 5. Auflage beinahe geplatzt. Dass die EGOI 2025 überhaupt in Deutschland stattfand, war keine Selbstverständlichkeit. Ursprünglich war ein anderes Land als Gastgeber vorgesehen. Nach dessen Rückzug gelang es den Bundesweiten Informatikwettbewerben, die Austragung innerhalb weniger Monate zu realisieren. Maßgeblich setzte sich Wolfgang Pohl dafür ein, dass die Olympiade stattfand. Der Geschäftsführer von BWINF und Chair des Organizing Committee ist nicht nur die unermüdliche treibende Kraft hinter dieser Veranstaltung, sondern auch der Initiator der Mädchenförderung girls@BWINF bei den Bundesweiten Informatikwettbewerben.

Auch sportlich überzeugte das deutsche Team: Daphne Carmesin gewann Gold und führte das Team an. Vianne Heinz, Selma Hübner und Charlotte Steinberg sicherten sich jeweils Silber, während Zhuoyu Du, Sabine Franz und Martha Krebbel Bronze holten. Insgesamt sieben Medaillen für Deutschland!

Die Teilnehmerinnen hatten sich über ein intensives Programm der Bundesweiten Informatikwettbewerbe (BWINF) qualifiziert. Bereits ein Jahr zuvor begannen 84 Schülerinnen mit regelmäßigem Online-Training, ergänzt durch algorithmische Vorträge, einen Präsenzlehrgang sowie ein internationales Camp mit Teams aus der Schweiz, Österreich und Polen. Acht Kandidatinnen qualifizierten sich am Ende für die Olympiade.

Insgesamt kamen mehr als 200 junge Talente aus über 50 Ländern nach Bonn. Der Wettbewerb bestand aus zwei Klausuren zur algorithmischen Problemlösung, ergänzt durch Exkursionen, Vorträge und Diskussionsformate. Austragungsorte waren das Telekom Forum Bonn sowie der Campus Poppelsdorf der Universität Bonn.

Die Vielzahl an Partnern, ohne die die EGOI nicht möglich gewesen wäre, zeigt einmal mehr, wie sehr das Interesse an weiblichen IT-Talenten wächst. Ein herzlicher Dank gilt den akademischen Partnern – der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, dem Lamarr-Institute und dem Hasso-Plattner-Institut – sowie dem Sponsor QuantCo und den weiteren Sponsoren AXA, codecentric AG, Baker Tilly Germany, Plexify GmbH und Kattis. Unterstützt wurde die EGOI außerdem von der Gesellschaft für Informatik e.V. und #SheTransformsIT als Communication Partner.

Die Veranstaltung machte deutlich: Diese Talente sind weltweit vorhanden – und die Zukunft der IT wird diverser.

Die Bundesweiten Informatikwettbewerbe (BWINF)

... haben es sich zur Aufgabe gemacht, bei jungen Menschen das Interesse an Informatik und am Programmieren zu wecken sowie junge Informatik-Talente aufzuspüren und zu fördern.

Zur Website: bwinf.de

Die Mädchenförderung wird sichtbar

Die Erfolge des deutschen Teams bei der EGOI 2025 sprechen für die Wirkung der Mädchenförderung der Bundesweiten Informatikwettbewerbe. Die gezielte Förderung über Trainings, Workshops, Networking und Camps zeigt Wirkung – nicht nur in der Breite, sondern auch im Spitzenbereich.

Das waren die Zahlen für 2024:

  • Bundeswettbewerb Informatik: 17,8 % Mädchenanteil
  • Jugendwettbewerb Informatik: ca. 39 % Mädchenanteil
  • Informatik-Biber: 46,2 % Mädchenanteil

Die steigende Beteiligung und das positive Feedback von Schülerinnen, Lehrkräften und Schulen zeigen: Die Förderung stärkt nicht nur die Fachkompetenz, sondern auch Selbstbewusstsein und Vernetzung der Teilnehmerinnen.